Paul di Resta siegt zum ersten Mal in der DTM – mit gerade mal 22 Jahren

Die Ausgangslage war reichlich spannend. Insgesamt sieben Fahrer hatten die Chance, die Führung in der Tabelle zu übernehmen: Scheider (Audi), Green (Mercedes), Ekström (Audi), di Resta (Mercedes), Tomczyk (Audi), Kristensen (Audi) und Spengler (Mercedes).

Im Rennen fuhr dann der jüngste DTM-Fahrer Paul di Resta von der Pole Position unantastbar einen so komfortablen Vorsprung und einen Rundenrekord nach dem anderen (zuletzt 1:18,983) heraus, dass ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen war. Auch dann nicht mehr, als der Zweitplatzierte Timo Scheider in den letzten Minuten deutlich schnellere Zeiten fuhr. Wäre das Rennen länger gewesen, hätte es vielleicht noch einmal spannend werden können – aber die Rennleitung legte auf den letzten Runden ein Zeitlimit fest, da die DTM-Rennen insgesamt nicht länger als 70 Minuten dauern dürfen.

In der Box entscheidet sich einiges

Green fuhr ein recht unauffälliges, aber souveränes Rennen, überholte nach dem zweiten Boxenstopp noch Bruno Spengler und landete letztlich auf Platz 5. Spengler war dagegen etwas vom Pech verfolgt. Er wurde schon beim ersten Boxenstopp erst von Scheider, dann von Ekström überholt und landete so letztlich auf Platz 6.

Die Audifahrer von Platz 2 bis 4 hatten insgesamt ein gutes Rennen, besonders die Top-Zeiten in der Box von Ekström (1. Boxenstopp: 3.2 Sekunden, 2. Boxenstopp: 3.0 Sekunden) waren nicht zu schlagen. Mit seinem dritten Platz auf dem EuroSpeedway reichte es aber leider nicht, den dritten Platz in der Gesamtwertung zu halten, den muss er nun erstmal an Jamie Green abtreten. Glücklich über seine Position war er aber dennoch im Interview nach dem Rennen: “Wenn man als Dritter vom Start wegfährt, dann kann man schon zufrieden sein, wenn man als Dritter ins Ziel kommt.” Für Timo Scheider reicht der zweite Platz in der Lausitz dagegen, um die Führung in der Fahrerwertung zu behalten, dementsprechend gab es auch für ihn nach dem Rennen überhaupt keinen Anlass zur Trauer und er gratulierte dem jungen Paul di Resta gleich am Auto.

Kristensen und Winkelhock vom Pech verfolgt

Pechvogel des Rennens war definitiv Tom Kristensen. Nach einer Berührung mit Premat nach dem Start ging alles schief. Erst Drehung, dann Motorhaube weg. Die konnte dann während einer Safetycar-Phase noch ersetzt werden und er machte nochmal von hinten ein paar Plätze gut. Die verlor er dann aber wieder, als sein Funk ausfiel und sein Team bei beiden Boxenstopps unvorbereitet die Reifen wechseln und tanken musste.

Noch schlechter ging es nur WInkelhock. Nach zwei bis drei kleinen Berührungen am Start war der Reifen geschädigt, platzte in der zweiten Runde und der Wagen rutschte in die Boxenwand – Ende für Winkelhocks Rennen. Er sah es dennoch sportlich, als er gefragt wurde, ob er sich über das Geschehene ärgere und wie es sich vielleicht hätte vermeiden lassen: „Hätte, wäre, wenn. Jetzt bin ich draußen.”

Letztlich haben also beim nächsten Rennen am 29.06. auf dem Norisring fünf Fahrer die Chance auf Übernahme der Gesamtführung, bis dahin ist erstmal Sommerpause. So lange macht die DTM auch an dieser Stelle erstmal Platz für die Fußball-Europameisterschaft.

Einen Kommentar schreiben