Das kleine Snooker-1×1 oder die Frage: welche Bälle hab ich? Die Vollen oder die…Vollen?

„Snooker oder Billard? Ist doch egal wie man das nennt, ist eh dasselbe!”

Wie bitte? Einspruch! Genauer gesagt ist Snooker eine Variante des beliebten Spiels mit den kleinen Kugeln auf dem überdimensionierten Tisch. Was auf den ersten Blick wie Billard aussieht, ist bei genauerem Hinsehen dann eben doch Snooker. Das liegt weniger an dem Equipment als an den speziellen Spielregeln, die den Unterschied ausmachen.

Dazu aber später mehr. Erst einmal gibt es auch bei der Ausstattung auch ein paar wenige Auffälligkeiten, die mal erwähnt werden müssen.

Tisch ist nicht gleich Tisch…

Da hätten wir zum einen den Spieltisch, welcher auch „12-Fuß-Tisch” genannt wird und somit doppelt so groß ist, wie ein herkömmlicher Billardtisch. Auch die Taschen des Snooker-Tisches sind bedeutend kleiner und enger als man das aus dem Billardlokal um die Ecke kennt. Des weiteren ist das Queue für das Snooker-Spiel zur Spitze hin verjüngt und es besteht die Möglichkeit, das Queue durch „Extensions” zu verlängern, was bei dem riesigen Tisch nicht selten der Fall ist. Nicht zu vergessen: die Bälle! Sie haben keine Zahlen und es gibt auch nicht die bekannten „Vollen” und „Halben” wie beim Billard. Genug davon. Als erster Überblick sollten diese Vorabinfos reichen.

Zur Veranschaulichung

Ich werfe euch mal einen Appetithappen in Form dieses Videos vor, wo Ronnie „The Rocket” O’Sullivan gegen Marc Williams gezeigt hat, wie schnell ein sogenanntes „Maximum Brake” (147 Punkte) verwirklicht werden kann. Nach einem möglichen Anflug völliger Verwirrung und Planlosigkeit dessen was gleich auf eurem Monitor erscheint, rate ich euch: weiterlesen und mit der Materie Snooker warm werden!
Es lohnt sich!

Die wichtigsten Regeln

Zwei Männer – und die Betonung liegt auf Männer, denn Frauen haben auf der professionellen Snookerbühne keinen Platz – kämpfen mit Mitteln wie Queue, Hilfsqueue und anderen erlaubten hölzernen Dingen darum, so viele Kugeln wie möglich zu versenken. Ganz einfach, oder? Problem: das Ganze Prozedere unterliegt strengen und nicht ganz einfachen Regeln, an die sich jeder halten muss, sonst gibt es auch Bestrafungen. Nein, keine körperlichen, sondern in Form von Strafpunkten für den Gegner. Wie diese Strafen sich berechnen soll hier mal außen vor bleiben, ich möchte ja „nur” das Wichtigste mal erwähnen. Für einen tieferen Einblick kann ich ausnahmslos mal Wikipedia empfehlen, die einen ausführlichen Beitrag online haben.

…und Ball nicht gleich Ball

Zurück zu den Regeln und angefangen mit den Bällen, die nämlich eine unterschiedliche Wertigkeit besitzen: locht man eine der insgesamt 15 roten Bälle, gibt es jedes Mal einen Punkt, die „Farben”, von denen jeweils nur eine auf dem Tisch anwesend ist, haben folgenden Punktwert: gelb (2), grün (3), braun (4), blau (5), pink (6), schwarz (7). Ziel des Spiels ist es also, so viele Punkte wie möglich zu erreichen. Es gilt zu beachten, dass nicht wahllos gelocht werden kann, sondern es muss immer erst eine rote gelocht werden, um dann eine Farbe spielen zu dürfen. Hat man eine Farbe gelocht, kommt diese so lange zurück auf den Tisch (jede Farbe hat einen angestammten Spot), bis es keine roten Bälle mehr gibt. Dies nennt man auch das „Endspiel auf die Farben”. Doch ihr fragt euch jetzt, warum heißt dieses Spiel eigentlich „Snooker”? Es kommt während des Spiels durchaus mal vor, dass es keine gute Möglichkeit gibt, sein Brake fortzusetzen. Der Spieler steigt also erst einmal aus. Um dem Gegner den Einstieg in das Spiel so schwer wie möglich zu machen, versucht er ihn zu „snookern”, das heißt: der nach der Regel zu spielende Ball ist auf direktem Wege mit der weißen (Spielball, hatte ich das erwähnt?) nicht zu erreichen. Über Bandenspiel oder geschnittene Trickbälle umgehen die Profis solche Situationen meist oder begehen eben ein Foul. Der Gegner freut sich einen Ast (aber nur innerlich, denn Emotionen darf man bei dem „gentlemen sport” nur spärlich zeigen), schaut sich die Situation an und hat dann 2 Möglichkeiten: 1. er setzt das Spiel selbst fort oder 2. er lässt den Gegner den Stoß wiederholen…und das so lange er möchte – genauer gesagt, bis der Gegner sich aus den Zwängen des Snookers befreien kann.

Genug Regeln, mehr Praktisches

Ich merke, das führt zu weit, back to basics bzw. ich denke für einen ersten Einblick in diese Sportart soll das Erwähnte reichen. Zur zeit laufen gerade die Weltmeisterschaften in Sheffield, wo sich die Stars der Snookerszene im Halbfinale befinden. Ankündigung: In Kürze wird es einen kleinen aber feinen Nachtrag zu der Halbfinalbegegnung von Ronnie O’Sullivan vs. Stephen Hendry geben. Die Partie ist/wird sicherlich ein Leckerbissen. Die dritte von insgesamt vier Sessions wird heute live um 20.00 Uhr bei eurosport übertragen, auch im Livestream. Also einschalten und genießen!

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