Der Titan geht 2

So liebe Freunde des Männersports, nach langer Sommerpause meldet sich die Sportsafari nun zurück. Könnte es einen besseren Anlass geben, als den endgültigen Abgang der lebenden Fußballlegende Oliver alias “Titan” Kahn? Nach dem verlorenen EM-Finale war die Enttäuschung zu groß und irgendwie die Luft raus: die Spanier waren einfach besser und haben hochverdient gewonnen. In der Bundesliga ist derweil noch nicht so viel gelaufen (obwohl ich mich riesig freue, dass Bayern bis jetzt nur einen Sieg, dafür aber zwei Unentschieden erzielen konnte und somit nur auf Platz 7 der Tabelle liegt) und die Olympischen Spiele waren kein reiner Männerwettkampf – auch wenn Phelps und Bolt mit Traumweltrekorden für Furore sorgten. Das wäre ja höchst unsportlich gewesen, das weibliche Geschlecht außen vor zu lassen…nur ist das nunmal nicht unser Blogthema.

So genug der Entschuldigungen, zurück zum Thema: Die erste Halbzeit Bayern – Deutschland ist gelaufen. Es steht 0:1 für die Nationalelf ohne Kahn. Borowski schoss das Tor gegen seinen einstigen Kollegen. Der entschied sich nur noch für Bayern zu spielen. Die Presse vermutet, er habe seine Degradierung als Nummer 2 immer noch nicht ganz verkraftet. Wir sind gespannt, wie es ausgeht…

Finale ohohoho Fiiiinaaaaaleeeee ohohohohohohooooo….!

Deutschland ist im Finale!!! Und zwar durch 3:2-Sieg gegen die Türkei…komischerweise gewinnt unsere Nationalelf ausgerechnet mit dem Ergebnis, das von den meisten Bundestagsabgeordneten bei der Umfrage des ARD-Morgenmagazins getippt wurde – aber das nur so am Rande.

Grandios kann man das Spiel beim besten Willen nicht nennen, eher chaotisch, während die Gegner aus dem Morgenland die meiste Zeit sogar klar überlegen waren. Eigentlich haben wir uns an unserem Tisch fast durchgehend nur aufgeregt und konnten nicht begreifen, was von “denen” da (weiße Trikots) für ein Quark zusammengespielt wurde. Während Löws Schützlinge in der ersten Halbzeit kaum in den gegnerischen Strafraum gelangten, verpassten die Türken einige haarscharfe Torchancen. Nach nur circa 10 Minuten traf Kazim – die Latte! Weitere Chancen folgten. Kurze Zeit später fällt dann auch das 1:0 für die Türkei. Ein Gekreische in unserem auserwählten Lokal erfüllt den Raum – die genaue Tonlage ist schwer mit Worten zu beschreiben, sirenenartig könnte man fast sagen. Naja, wir drei Safari-Mädels sitzen eher stumm und starren fassunglos auf die Leinwand. Na gut, einmal kurz gebrüllt haben wir auch. Aber nicht so gequiekt wie die Reihe hinter uns! Dann endlich ein schöner Spielzug von unserem Team. Nach einer tollen Vorlage von Podolski vollendet Schweini und erzielt den Ausgleich. Einer der sehr rar gesäten Glanzmomente unserer Mannschaft. Kurz vor der Pause dann ein übler Kopf-Zusammenstoß zwischen Rolfes und einem türkischen Stürmer. Beide müssen vom Platz und behandelt werden. Frings läuft sich warm, muss dann aber die letzten zwei Minuten doch noch auf der Bank ausharren. Rolfes ist wieder einsatzbereit, mit kleinem süßen Pflästerchen über der genähten Platzwunde. Oder Klämmerchen oder wie man es auch nennt. Unwichtig. Ich bin ein bisschen schadenfroh, find den Torsten nich so sympatisch. Egal, das 1:1 wird in die Pause gerettet.

Aber was ist das dann kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit?? Uns platzt gleich der Kragen! Blut steigt in den Kopf, innerlich kocht es. Das kann doch alles nicht war sein! Stromausfall! Kein Bild! Kein Ton! Angeblich weltweit…Falsch! Nicht in der Schweiz! Die hatten nämlich, clever wie Eidgenossen nunmal sind, ihr Stadion in Basel mit eigenen Kabeln versorgt und waren nicht auf den internationalen Verteiler in Wien angewiesen. Während wir auf dem `Trockenen´ saßen und für kurze Zeit radiolike per Telefonschaltung weiter von Béla Réthy bedient wurden, konnten die Zuschauer im Heidiland das Spiel weiter verfolgen. Ob das nun ein Genuss war? Ich mag es bezweifeln – aufgeladen und verärgert waren wir trotzdem. Stellt euch vor es wäre ein Tor gefallen und wir hätten es nicht bejubeln oder bejammern können!

Der Schweiz hatten wir es jedenfalls zu verdanken, dass wir später doch noch etwas sehen konnten. An dieser Stelle: Vielen Dank liebe Nachbarn!

Was soll ich weiter groß über das Spiel sagen? Ihr habt es ja eh alle gesehen…Tor von Klose, Ausgleich durch Semih Sentürk und in der 89. Minute (in den letzten Spielen eigentlich Türkeis Stärke) sensationelles Tor von Phillip Lahm! Der war zuvor übrigens nahe des Strafraums bzw. auf der Strafraumlinie übel gefoult worden, nur der Schiri sah es anders! Nee nee nee, wir waren uns alle einig: das hätte Elfmeter geben müssen. Mindestens! ;) Gut, dass wir nicht verloren haben, das wäre nämlich eine unserer vielen Ausreden gewesen.

Holland und Italien sind raus – wie öde

Eigentlich hatte ich mir folgendes Szenario ausgemalt: Italien kommt bis ins Finale und zwar durchgehend schlecht gespielt. So wie die sich durch die Vorrunde lawiert haben, hätte das eigentlich gerade richtig gepasst. Aber jetzt sind sie raus, nach nicht überzeugendem (um nicht zu sagen “langweiligem”) Spiel gegen Spanien, mit Verlängerung, mit Elfmeterschießen.

Und die Holländer, auf die ich mich schon so im Spiel gegen Italien im Halbfinale gefreut hatte, rausgeflogen nach Verlängerung. By the way: Damit ist Deutschland so gesehen die einzige Mannschaft, die es in der regulären Spielzeit geschafft hat, ins Halbfinale zu kommen.

Aber… wie hieß es gestern in “nachgetreten” im ZDF so schön? Holland und Italien sind rausgeflogen… “Alles, was Spaß macht, machen die anderen.” Ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat, aber Recht hatte er. Jetzt, wo mit Italien die Mannschaft raus ist, der man die Siege am wenigsten gegönnt hat, wo mit Holland die Mannschaft raus ist, die die Vorrunde am souveränsten hinter sich gebracht hat – was bleibt da noch für uns? Die Türkei? Spanien? Russland? Nicht wirklich Mannschaften, bei denen man sich hämisch oder stolz die Hände reibt und freut, wenn man sie aus dem Turnier wirft… Wie öde!

Portugal gegen Deutschland – ein Erlebnisbericht.

Die Start-Elf unterscheidete sich nur in drei Spielern: Statt Frings, Fritz und Gomez spielten Hitzelsperger (später durch Borowski ausgewechselt), Rolfes und Schweinsteiger (später ausgewechselt durch Fritz). Und trotzdem hatte ich den Eindruck, als sei es eine ganz andere Mannschaft gewesen. Als seien die Deutschen vorher im Ferienlager gewesen und hätten an ihrer statt Doubles auf den Platz geschickt, um die Vorrunde mehr schlecht als recht hinter sich zu bringen. Kein Vergleich zu den letzten beiden Spielen, überhaupt kein Vergleich. Von der ersten Minute an mitreißend, schnell offensiv und belohnt in der 22. Minute von einem Traumtor durch einen überragend spielenden Schweinsteiger. Den kurzen Schock der Portugieser ausgenutzt und in der 24. Minute gleich seit langem wieder einmal ein Kopfballtor von Klose draufgesetzt. 2:0 nach nicht einmal 25 Minuten. In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit ließen sie dann ein wenig nach – sofort bestraft durch den Anschlusstreffer durch Nuno Gomes, da hatte Lehmann nach einer super-Parade gegen einen Ball von Ronaldo keine Chance, den Nachschuss von Nuno Gomes zu halten.

In der zweiten Halbzeit setzte der Regen in Basel und in Trier ein – ich hatte Mitleid mit den Spielern auf dem Platz und den Public Viewern in Trier. Und die Deutschen blieben stark. Mit Willenskraft nach vorne, hinten eine starke Abwehr und einen souveränen Lehmann im Tor. Und wie gegen Österreich war es Ballack, der traf, dieses Mal mit dem Kopf. 1:3 für Deutschland. Da waren aber noch 30 Minuten zu spielen und die Portugiesen können 90 Minuten lang durchpowern – das haben wir ja alle in der Vorrunde gesehen. In der 86. Minute erlaube ich mir einen kurzen Moment lang, schon von Halbfinale zu sprechen. Da wird Lehmann gerade nach einem etwas unsanften Zusammenstoß behandelt. So wenige Minuten bis zum Ziel – und die Deutschen haben wieder nachgelassen. Sofort sind die Portugiesen zur Stelle – Tor durch Postiga in der 87. Minute – unhaltbar für Lehmann.

Nachspielzeit, 4 Minuten: Jetzt heißt es, Zähne zusammenbeißen. Jetzt durchhalten. Jetzt nicht nachlassen. Die Zeit scheint überhaupt nicht zu vergehen. Alle zehn Sekunden werfe ich einen Blick auf die Uhr, nur um festzustellen: Noch immer 2 Minuten zu spielen. Ich kann kaum noch hinsehen, aber wegschauen genausowenig. Ich denke immer wieder: “Sie hätten es verdient, verflucht, sie hätten es nach diesem Spiel so sehr verdient.” Die letzte Minute läuft. Selbst Jogi Löw hat sich vom Spiel abgewendet. Fünfzehn Sekunden vor Ende der Nachspielzeit noch einmal Podolski mit Ball vor dem Tor, hat die Zeit, nutzt sie aus, schießt, kein Tor, egal. Und dann ist Schluss. 2:3. Deutschland ist im Halbfinale. Und in diesen Sekunden beginnt auch der Regen in Trier stärker zu werden, als hätte die Regenwolke genau wie ich den Atem vor Spannung angehalten und würde jetzt ganz tief ausatmen und sich endlich ausregnen.

Der Safari Handsomeness-Award geht in diesem Spiel… An die ganze deutsche Mannschaft. Denn wir haben eine unheimlich attraktive Mannschaft im Ganzen, mit Clemens Fritz im Speziellen. Und nicht nur das – sie haben auch traumhaft gespielt.

Eil-Petition: Bitte nur noch ZDF-Übertragung

Wie kann nur etwas so Furchtbares geschehen… Da überträgt doch tatsächlich ARD morgen das Spiel Deutschland gegen Österreich! Ich kann den Delling und den Netzer mit ihren blöden Kommentaren und gegenseitigen gespielten Anfeindungen schon seit Ewigkeiten nicht mehr sehen. Wenn ich zwei Zicken haben will, dann schalte ich zu MTV oder in jede beliebige Soap, sowas will ich nicht bei einer Fußballübertragung sehen. Ich möchte ZDF, trotz Kerner und trotz des überdimensionierten Auges (wo ist eigentlich das Zweite? Haha…). Alleine, wenn ich an das Finale im Ersten denke, wird mir ganz schlecht… Wenn es nach mir ginge, gäb’s die Fernsehübertragung der EM im Zweiten – und nur da.

S wie Sympathie für Schweden, S wie Sieg für Spanien

Es hat nicht sollen sein. Während der gesamten zweiten Halbzeit gelang es den Schweden, das Unentschieden zu halten, erst in der Nachspielzeit wurde ihnen eine kleine Unaufmerksamkeit zum Verhängnis. Man könnte jetzt natürlich kritisieren, dass die Schweden in den letzten 45. Minuten nicht mehr genug nach vorne gespielt haben, nicht mehr genug in Richtung gegnerisches Tor, aber dafür standen sie in der Verteidigung fast ausnahmslos sicher – wie gesagt, fast. Und das Spiel dauert eben nicht nur 90 Minuten, sondern 90 Minuten + X.

Schade, schade, schade… Ich hätte es den Schweden, meinen Sympathie-Favoriten, wirklich gegönnt, gegen Spanien zu siegen. Aber bei Russland wird es mit Sicherheit hinhauen und ich drücke fest die Daumen. Sverige, Du gamla, Du fria, Du fjällhöga nord…

Bevor ich’s vergesse… Den Safari Handsomeness-Award vergebe ich in diesem Spiel an den Schweden Sebastian Larsson und Fernando Torres auf der spanischen Seite.

Adé Schwiz…

Traurig, aber wahr: für den ersten Gastgeber dieser EM 2008 steht bereits fest, dass er nicht weiter kommt. Die Schweiz verliert 2:1 gegen die Türkei durch Tor in der Nachspielzeit! In der 92. Minute schießt Arda aus dem Sechzehner – und trifft! Diese zweite Niederlage zerstört alle (Titel)träume der Schweizer… Schade, schade…nach dem Ausscheiden Freis im ersten Spiel auch noch gleich in der zweiten Partie als erste Mannschaft dieser Meisterschaft rauszufliegen – und dann auch noch im eigenen Land – ist sicher bitter. Hoffen wir, dass diese Tatsache die Stimmung auf den Fanmeilen in Zürich, Basel und Genf nicht völlig zerstört. Pressestimmen zum Spiel findet ihr hier.

Portugal hat übrigens 3:1 gegen Tschechien gewonnen und ist somit im Viertelfinale. Die meisten werden es aber vor uns gewusst haben, wir Mädels waren nämlich mal wieder mit der Uni beschäftigt…Morgen Abend aber heißt es: Anfeuern beim Public Viewing! Vielleicht sehen wir den ein oder anderen ja ;)

Gruppe D: Spanien top – Griechenland flop

So ein Pech: Spanien gegen Russland konnten wir leider nicht verfolgen, da wir in der Uni die Bank drücken mussten. Das 4:1 der Südländer gegen Russland ist jedenfalls ein Traumergebnis und setzt hohe Maßstäbe an die kommenden Gegner!

Das zweite Spiel – Griechenland gegen Schweden – war einfach nur zum Gähnen…aus gegebenem Anlass haben wir uns entschlossen, nicht mehr zwingend jedes Spiel zu kommentieren. Deshalb hier nur das Ergebnis: 0:2 für Schweden!

Es schwächelt demnach nicht nur der Welt-, sondern auch der amtierende Europameister! Die diesjährige EM bleibt also für Überraschungen offen!

Deutschland – YAAAAY, Italien – ooooooooh…

Unsere Jungs waren gestern einfach nicht zu schlagen, die Italiener heute dagegen schon. Ohne jetzt hämisch klingen zu wollen – aber als Weltmeister gleich drei Tore im ersten Spiel kassieren? Tze, tze, tze!

Zu den Spielen brauchen wir ja nichts weiter zu sagen, deshalb kommen wir gleich zum eigentlich Wichtigen: Dem Safari Handsomeness-Award! Für das Spiel Deutschland gegen Polen geht der heißbegehrte Preis an Cleeemeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeens FRITZ! Denn der war gestern nicht nur laufstark und an vielen wichtigen Spielsituationen beteiligt, sondern ist auch…. na, ihr wisst schon! Außerdem passte er zu unserem Abendessen “Pommes Fritz” – als hätten wir die Entscheidung der Jury schon vorausgesehen!

Die Auszeichnung im Spiel Italien gegen die Niederlande geht nicht an Luca Toni, denn der sieht zwar gut aus, aber heute gehen die Preise nur an richtige Gewinner: Der Abwehrspieler Joris Mathijsen nimmt die Trophäe mit nach Hause.

Und nun doch noch ein paar Worte für die Menschen, die dachten, wir würden hier unsere Meinung über Fußball verbreiten: Das 2:0 gegen Polen war gestern absolut gerechtfertigt. Von ein paar Minuten abgesehen, in denen unsere Jungs etwas nachließen, konnte das Spiel insgesamt von der Qualität dieser Mannschaft überzeugen. An dieser Stelle ein großes Lob an Jogi Löw, dessen (Personal-)Entscheidungen voll ins Schwarze Tor getroffen haben.

Österreich verliert 0:1 – Kienast gewinnt den Safari Handsomeness-Award

Schlechter Start für die Gastgeber. Nachdem die Schweiz gestern unglücklich gegen Tschechien verloren hat, muss sich Österreich nun gegen Kroatien mit 0:1 durch Elfmetertor in der dritten Minute geschlagen geben. Die Alpenländler steigerten sich in der zweiten Halbzeit und waren dem Gegner eindeutig überlegen, sie konnten ihre Chancen allerdings nicht umsetzen. Einziges Highlight dieser Partie: in der 85. Minute läuft ein Kroate mit Fanschal in der Hand aufs Spielfeld…! Aber keine Sorge, es gab keine gewalttätigen Ausschreitungen. Er wurde schleunigst von Ordnern `abgeführt´.

Der “Safari Handsomeness-Award” für dieses Spiel geht an Roman Kienast.

So, jetzt freuen wir uns aufs erste Deutschland Spiel dieser EM und hoffen, dass die deutsche EM-Negativserie endlich ein Ende nimmt! Heute gibt es übrigens in unserem EM-Blog-Studio selbst gemachte “Pommes Fritz”…